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In dem
vierzehnten Jahrhundert gab es ungefähr zehn Bruderschaften
der Disciplinati o Flagellati o Battuti in Assisi. Einige
Bruderschaften wurden Anfangs des 14 Jh. gegründet und einige
vielleicht vorher. Das beweißt, dass die Bußbewegung, die 1260
in Perugia unter der Leitung von Bruder Raniero Fasani begann,
in Assisi dank der Franziskaner sehr wichtig war.

Die älteste Nachricht von der Bruderschaft von S. Maria del
Vescovado kann man am Kataster der Kirchen und Güter der
Diözese von Assisi im Jahr 1354 finden.
1362 ließ Maragoncello di Andruccio aus Assisi (Maragoncellus
q. Andrutii Ciccarelli Maragonis de Assisio) ein hundert Soldo
in ihrem Testament zur Bruderschaft “dei Disciplinati di S.
Maria del Vescovado“ (Fraternitati dissiplinatorum S. Marie
episcopatus). 1364 war Matteo “Cece Bilole” Prokurator
derselben Bruderschaft (Machteus Cece Bilole…… procurator
fraternitatis dissiplinatorum S. Marie episcopatus). 1384 war
Cantuccio Lutii Bürgermeister und Prokurator der Bruderschaft
der „Disciplinati di S. Maria Maggiore aus Assisi“. Dieselbe
Bruderschaft war entweder „del Vescovado“ (weil sie sich in
der Nähe vom Bischofssitz befand“) oder „di S. Maria Maggiore“
genannt. In der Tat, war die Kirche von S. Maria Maggiore das
Nebengebäude des Bischofssitzes und bis zu den ersten zwanzig
Jahren des XI Jh. war sie die Kathedrale der Stadt. Weil die
Bruderschaft sehr nah zum Bischofssitz war, war sie auch
Bruderschaft des Bischofsgebietes genannt (Fraternitati S.
Marie de Area Episcopatus).

Von einer Urkunde des Jahres 1426, lernt man dass die
Bruderschaft der „Disciplinati di S. Maria del Vescovado“ auch
„Bruderschaft von S. Biagio“ genannt war (Fraternitatis
disciplinatorum S. Marie Episcopatus sub vocabulo S. Blaxii
nuncupata).
In einer anderen Urkunde des Jahres 1448 liest man eine
Nachricht von einigen Häusern, die der Bruderschaft gehörten.
Diese Häuser sollten sehr nah zu der Bruderschaft sein (in
domibus fraternitatis S. Marie Episcopatus). Mit Sicherheit,
handelt es sich um dieselbe Gebäuden, die noch da sind und die
sich sehr nah zur Kirche und zum Bruderschaftssitz befinden.
1482 werden diese Häuser als angrenzend an der öffentlichen
Strasse (heute Via S. Agnese) und an den Gütern des
Krankenhauses der Lepros, das sich in S. Maria Maddalena „de
Arce“ befand, sehr klar bezeichnet.
1468 ließ Giacomo di Bartoluccio aus Assisi, der „Belladonna
genannt wurde“, einen Florin für diese Häuser (reliquit
fraternitati S. Marie episcopatus flor. Unum pro fabrica
domorum dicte fraternitatis).
Erst im Jahr 1426 lernt man dass es ein Kirche-Oratorium gibt:
aber das bedeutet nicht dass die Kirche vorher nicht
existierte. Eine ähnliche Nachricht hat man im Jahre 1453: man
behauptet dass sich die Kirche im Stadtteil „S. Chiara“
befand. |

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Auf dem Eintrittstor des Bruderschaftsgebietes, das aus einer
Kirche und einigen Häusern bestand, wurde im Jahr 1330 eine
Votivnische von einem Künstler gemalt: der Maler war ein
Schuler von dem „expressionistischen Meister der Heiligen
Klara“. Die Nische stellt eine „Madonna mit Kind“ zwischen dem
Heiligen Franz und der Heiligen Klara, das mystische Lamm, den
Heiligen Biagio und Johannes der Täufer dar.

Außerhalb der Votivnische war ein Gemälde von „S. Cristoforo“,
das heute fast verschwunden ist. Zwischen dem Garten und der
Oratoriumstür auf einer Seite und den Gütern des Notars Angelo
di Ser Giovanni auf der anderen Seite, wurde am 2 Februar 1424
ein Kaufvertrag zwischen einigen Bürgern aus Assisi
abgeschlossen: das ist ein Zeichen, dass der Ort sehr wichtig
war. Auch einige Fresken des genannten Malers, die Teils in
der Pinakothek von Assisi und Teils im Budapest Kunstmuseum
sind, kommen aus dem Oratorium oder der Kirche der
Bruderschaft von S. Maria Maggiore del Vescovado o S. Biagio.
Aus dem Ort kommen auch zwei Stadtfahnen von Niccolò di
Liberatore, „L’Alunno“ genannt. Eine Stadtfahne befindet sich
heute in der Pinakothek von Assisi und die andere im Petit
Palais von Avignon, Frankreich.
Eine andere wichtige Nachricht für die Geschichte der
Bruderschaft von S. Maria del Vescovado (wir sind in moderner
Zeit), findet man im Jahre 1527: Berardino, der „Massucco
Belledonne“ genannt war, ließ der Bruderschaft 6 Florinen.
Berardino war vielleicht ein Nachkomme von Giacomo (derselbe
Giacomo, von dem wir schon gesprochen haben und der sich vor
60 Jahren an die Malerei einer Stadtfahne und an die
Renovierung der Häuser der Bruderschaft interessierte).
1772 wurde die Bruderschaft von S. Maria del Vescovado, die
vorher Bruderschaft der „Disciplinati di S. Maria Maggiore o
del Vescovado“ war, nach Wunsch des Bischofs von Assisi Nicolò
Sermattei, abgeschafft. Auch andere bürgerlichen Vereinigungen
(S. Gregorio, S. Vitale, S. Lorenzo, S. Pietro) wurden
abgeschafft, damit der Seminar höhere Renten haben konnte. Nun
gehörten die Güter der Bruderschaft von S. Maria del Vescovado
dem Seminar: die Kirche, die auch Oratorium der Bruderschaft
war, 1790 der Bruderschaft von S. Crispino (auch Vereinigung
der Schumacher genannt) gegeben wurde, weil diese Bruderschaft
keinen Sitz mehr hatte.
Seitdem ist San Crispino der Name des Ortes und der Kirche.
In den ersten zehn Jahren des 20 Jh., wurde die Bruderschaft
von San Crispino mit allen Gebäuden, der alten Kirche, die
aber in Verfall waren, einigen Privatbürgern überlassen.
Prof. Francesco Santucci, Nachforscher und Historiker aus
Assisi.
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